Blumer

Der Familienname Blumer

Es gibt keinen eindeutigen Ursprung des Namens Blumer, jedoch diverse gut erläuterte Vermutungen wovon hier 3 wiedergegeben sind. Die folgenden Textpassagen sind Auszüge zweier Bücher welche Walter Blumer, Bern, im Selbstverlag herausgegeben hat: „Geschichte der Blumer“ (1960) sowie „Notizen und Beiträge zur Geschichte der Blumer“ (1970). 

1 )  Der « Bluomen, Bluemen »ist eine im schweizerischen Sprachgebiet seit mindestens dem 13.Jahrhundert bekannte Bezeichnung und bedeutet, außer ertragreichen Wiesen, Äckern und Feldern, auch Abgabe. Bar- oder Naturalzins, Einkünfte eines Vermögens, von Haus, Gut und Boden, die Blüte, die Frucht, kurz, das Erste, Beste und Schönste. In diesem Sinn kommt im alten Landsbuch von Glarus von 1448 «der Bluomen» vor. Demnach kann unter Bluemer jemand verstanden werden, dem als Besitzer oder kraft seiner amtlichen Stellung der Ertrag bedeutender Güter zukommt, auch als Entgelt für die Verwaltung von obrigkeitlichem (säckingischem ?, kirchlichem?) Landeigentum.

Der Familienname Blum, Bluem, kann als « der Bluomo» mit der Bedeutung «der Erste, Beste, Schönste» gedeutet werden. So ist verständlich, daß zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten und unabhängig voneinander sich der Name Blum bilden konnte, während der Familienname Blumer ursprünglich einzig im Glarnerland, und zwar in der großen Kirchgemeinde Schwanden bekannt ist.

2 )  Der bekannte Glarner Historiker Dr. Gottfried Heer wie der Dorfhistoriker von Schwanden, Emanuel Schmid, sind der Ansicht, der Name « Blumer » sei von einem Wappen oder Hauszeichen abgeleitet worden.

Im Späten Mittelalter war es in Städten und dicht bevölkerten Siedlungen Brauch, die Häuser mit Abbildungen von Tieren, Blumen, Wappen oder andern Zeichen zu versehen, um sie voneinander zu unterscheiden. Als vom 12. Jahrhundert an sich die Familiennamen zu bilden begannen, gaben oft diese Hauszeichen dem Bewohner den Namen, der sich in der Folge auf die Nachkommen übertrug. So konnte zum Beispiel der Bewohner des Hauses «Zur Blume», «Zur Rose» usw. Blumer genannt werden. In lockern, ländlichen Siedlungen, wie sie das Glarnerland aufweist, hat man sich ohne Bildersprache zurechtgefunden, so daß Hauszeichen dieser Art hier kaum vorgekommen sind, es sei denn, man leite den Namen vom Wappenbild einer Blume ab. In der Stadt Zürich wird schon 1177 ein Haus «zem bluomin», «Zur Blume», erwähnt und 1507 «ze der rosen », « Zur Rose », das, eines der drei sogenannten Wettingerhäuser nächst dem Großmünster, von 1317 bis 1552 im Besitz des Chorherrenstifts war. In den Zürcher Steuerbüchern aus der Zeit von 1357 bis 1470 kommen die Bezeichnungen «hus ze dem bluomen», «hus zum bluomen», im Quartier Münsterhof beim Fraumünster, sowie «hus ze dem rosen», «hus zum rosen » gleichzeitig in verschiedenen Quartieren öfters vor. Ein Familienname, zum Beispiel Bluem, Blum, kann aber auch dem Haus dieses Namenträgers den Namen Blueme, « Zur Blueme », gegeben haben und so Bluemer als Herkunftsname entstanden sein.

3 )  Dr. jur. Otto Marti, Historiker, leitet die Entstehung des Namens Blumer möglicherweise aus dem Keltischen ab.

Denkbar wäre auch, daß dem Familiennamen Blumer der gallische Wortstamm blu, weitergebildet blum-, gleichbedeutend mit Fluß (lat. flumen), zugrunde liegt, so daß der Name eines an der Linth gelegenen Hofes keltischen Ursprungs zum Herkunftsnamen Blumer geführt haben konnte. Nach der gallischen Landeinteilung kann ferner blu-mar, blum-ar, blumar, Fluß-Herr, das heißt Herr über einen FIußbezirk, Oberhaupt über eine Talschaft bedeuten.

Sicher scheint mir, daß ‚Bluemer‘ keinen Beruf und keine Beschäftigung angeben wollte (wie die zahlreichen Müller, Schmid, etc.). Jedenfalls ist mir ‚Blumer‘ in solchem Sinne nie begegnet, es wäre ja dann auch ein Tätigkeitswort ‚blumen‘ vorauszusetzen, das. m.W. nie bestanden hat.

 

Fam. Blumer, Stettfurt, TG, Schweiz